Kann der Dacia Duster im Gelände überzeugen?
SUVs sind in der Regel komfortable Lifestyler, die dem Fahrer vorgaukeln, auch unter Umständen im Gelände glänzen zu können. Dass bei den meisten dieser Fahrzeuge mehr Schein als Sein vorherrscht, wird der Großteil der Besitzer nie herausfinden.
Es ist ein lauer Nachmittag im Spätsommer und wir machen uns auf den Weg in den Wienerwald. Etwa eine Autostunde westlich von Wien befindet sich die Hellsklamm. Auf rund 30 Kilometern erwarten uns unwegsame Forstwege, tiefe Gräben, Schlammlöcher und steile Abhänge. Und das Fahrzeug der Wahl? Der Dacia Duster. Ob das gut geht?
Wir steigen ein und machen es uns bequem. Neben uns nimmt ein Instruktor Platz, denn die Hellsklamm ist groß und unübersichtlich. Ein Wald eben. Ein über 200 Hektar großer Wald, um genau zu sein. Zwar wird für das SUV auch ein Sleep Pack angeboten, das möchten wir aber nicht unbedingt bei einer „Hänsel und Gretel“-Aktion im Wienerwald austesten. Deshalb hören wir auf unseren Instruktor und fahren mit dem Allradler die erste Steigung hinauf. Die stellt kein Problem dar, denn die Böschungswinkel von 31 Grad vorne und 36 Grad hinten sorgen für genug Bewegungsfreiheit. Und die Bodenfreiheit von 21,7 Zentimetern verhindert, dass wir oben angekommen auf der Kuppe aufliegen.

Die Hellsklamm macht ihrem Namen alle Ehre. Verschränkungen, steile Bergauf- und Bergab-Passagen und unwegsame Forstwege. Hier fühlt sich der Dacia Duster richtig wohl.
Der Duster hat also bewiesen, dass die Konstruktion der Karosserie offroadtauglich ist. Und auch die Motorleistung von 131 PS ist ausreichend. Viel wichtiger ist aber auch das Drehmoment von 230 Nm. Unter der Haube schlummert ein mit nur 1,2 Litern sehr kompakter Dreizylinder-Benziner mit Mild-Hybrid-System. Die Kraft wird dabei über ein Sechsgang-Schaltgetriebe auf alle vier Räder übertragen. Das System ist aber intelligent und verteilt die Kraft je nach gewähltem Modus und Fahrsituation. Der Off-Road-Modus beispielsweise ist genau dafür gemacht und verteilt das Drehmoment automatisch und bedarfsgerecht je nach Bodenhaftung und Geschwindigkeit auf die Vorder- und Hinterräder.
Wenn es nach oben geht, muss es irgendwann wieder nach unten gehen. Auch bei diesem schwierigen Fahrmanöver unterstützt der Dacia Duster den Fahrer mit der Bergabfahrhilfe. Das System betätigt selbstständig die Bremsen und drosselt die Geschwindigkeit je nach Fahrerwunsch auf 5 bis 30 km/h. So können wir uns ganz auf das Lenken konzentrieren, ohne die Bremse betätigen zu müssen. Für Übersicht in unübersichtlichen Situationen sorgt das „All Road Info System“. Auf dem 10,1-Zoll-Display werden zu Beispiel Seitenneigung, Steigung bzw. Gefälle und die Kraftverteilung auf die Vorder- und Hinterachse angezeigt.

Wer möchte, kann Duster und Jogger mit dem InNature-Paket ausstatten. Das besteht aus dem Sleep Pack, den Verdunkelungsblenden und dem Heckklappenzelt.
Nach rund 45 Minuten, die uns auch durch Verschränkungen und Schlammlöcher geführt haben, wirkt eine erfolgreiche Rallyesaison durchaus greifbar. Dacia startet ab 2025 mit dem Sandrider in der Rallye-Raid-Weltmeisterschaft und hat deshalb eines der Teams einfliegen lassen. Fahrerin Cristina Gutiérrez Herrero und ihr Beifahrer Pablo Moreno Huete erzählen von ihren spannendsten Erfahrungen und greifen dann auch selbst ins Lenkrad.
Der Dacia Duster beweist, dass mehr in ihm steckt und ihm das Dasein als biederes Lifestyle-SUV gar nicht schmeckt. Er kann nämlich viel mehr als gut aussehen. Gegen die Erwartung vieler ist er tatsächlich auch Der Dacia Duster ist natürlich in erster Linie ein komfortables SUV, das in der Stadt und auch außerhalb eine gute Figur macht. ein wirklich guter Offroader.