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Second-Hand

Das ist bei gebrauchten Elektroautos zu beachten

Mit den Jahren etabliert sich auch für E-Autos ein Gebrauchtwagenmarkt. Sinkende Preise und Checks mit Zertifikat sollten selbst für eingefleischte Akku-Skeptiker ein Anlass sein, den guten Jung-Stromer einmal ins Auge zu fassen. Das Angebot für einen günstigen Umstieg war noch nie so groß wie jetzt.

Alle Elektroautos auch auf

Aktuell beträgt der Elektro-Anteil am österreichischen Fahrzeugbestand rund drei Prozent. Auf der größten heimischen Online-Plattform „Willhaben“ sind aktuell 9.675 Gebraucht-Stromer zu finden, gemessen am Auto-Inseratevolumen insgesamt über 6,3 Prozent und damit mehr als das Doppelte des Zulassungsanteils. Das Angebot ist also verhältnismäßig groß. Durch die zuletzt gewährten Preisnachlässe bei Neuwagen sinken nun auch die Tarife bei den Gebrauchten. Der Zeitpunkt für den kostengünstigen Umstieg auf die Elektromobilität mit einem gebrauchten Modell scheint aktuell also besser denn je.

Jung und geprüft

Über 6.800 und damit mehr als 70 Prozent der angebotenen Second-Hand-Modelle mit E-Antrieb sind nicht älter als vier Jahre und haben damit meist erst die Hälfte ihrer Akku-Garantiezeit hinter sich. Die Laufleistungen sind weitgehend noch geringer, von der hier meist gebotenen Gewährleistung für 160.000 Kilometer haben über 8.000 der inserierten Stromer erst maximal ein Viertel auf dem Tacho. Abgesehen von aktuellen Baureihen locken auch bereits eingestellte Modelle, die für viele eine gute und günstige Premiere in der Elektrowelt darstellen könnten: VW e-up!, BMW i3 oder die erste Generation des Renault Zoe bieten sich vor allem für City- und Zweitwagen-Nutzer als kompakte und jetzt kostengünstige Lösung.

Renault ZOE

Auto kaufen, Batterie mieten: Beim Renault Zoe sorgt diese Variante für einen günstigeren Gebrauchtwagen-Preis – der Akku-Mietvertrag bietet auch für Nachbesitzer Gewährleistung bei etwaigen Leistungsverlusten.

Garantie von meist bis zu acht Jahren oder maximal 160.000 Kilometer für zumindest 70 Prozent der Akku-Kapazität für den Großteil der heute angebotenen E-Fahrzeuge aufrecht ist – wie sieht es mit der Überprüfbarkeit aus, ob die diese Leistung auch tatsächlich noch besteht? Die teilweise vorhandenen und von der Vertragswerkstätte abrufbaren On-Board-Diagnosen liefern zumindest eine Basis-Information, die der Käufer unbedingt abfragen sollte. Auch eine reduzierte Akku-Leistung kann den tatsächlichen Nutzungsbedarf aber ohne weiteres noch abdecken: Ein gebrauchtes Modell mit einer ursprünglichen Neuwagen-Reichweite von angenommen 300 Kilometern schafft bei 80 Prozent Restkapazität immer noch 240 Kilometer.

Unabhängiger Check mit Zertifikat

Die Akku-Unsicherheit ausmerzen lässt sich mit einem unabhängigen Batterie-Check, wie ihn etwa die Firma Aviloo anbietet, ursprünglich ein österreichisches Startup, das sich inzwischen europaweit etabliert hat. Eine Livedaten-Analyse via während des Fahrens angesteckter Mess-Box bildet den tatsächlichen Gesundheits-Zustand der Batterie ab und schützt Gebrauchtwagen-Käufer damit vor unliebsamen Überraschungen. Wobei es erfahrungsgemäß keine modellspezifische Tendenz zu mehr oder weniger haltbaren Akkus gibt. Entscheidend erweist sich bei einem Elektrofahrzeug – wie auch bei herkömmlichen Pkws – das Nutzungsprofil im Vorbesitz, wobei das Vermeiden von allzu vielen Schnell-Ladungen zumindest als Faustformel für eine hohe Rest-Kapazität der Batterie gilt.

Aviloo Batterietest

Die Lösung für die Akku-Skepsis bei Gebrauchten ist eine kleine Box: Der Livedaten-Check von Aviloo liefert seriöse Daten für den Gesundsheitszustand der Batterie und sichert Käufer wie auch Verkäufer rechtlich ab.

Die Kosten für den Aviloo Premium-Test sind mit 99 Euro überschaubar, inklusive Zertifikat fallen maximal 180 Euro an. Die Messmethode ist TÜV-zertifiziert und bewahrt auch Verkäufer gebrauchter E-Autos vor eventuellen Nachforderungen wegen versteckter Leistungs-Mängel.

Mieten mit Preisbremse und Garantie

Eine andere Möglichkeit, sowohl die Akku-Problematik als auch das Preisniveau zu mildern ist, sich bei der Gebrauchten-Suche auf Modelle mit Mietbatterie zu konzentrieren. Dieses Angebot betrifft vor allem Renault-Modelle, die teilweise bereits deutlich unter 10.000 Euro inseriert werden. Die Akkumieten beginnen hier je nach Jahreskilometerleistung bei 64 Euro pro Monat, leistungsschwache Batterien werden vom Hersteller kostenlos ausgetauscht. Es sind also andere und vielleicht für viele noch ungewohnte Details, auf die es bei gebrauchten Stromern zu achten gilt – ihnen stehen aber viele gegenüber, an die bei ihnen niemand denken muss: Ölstand und -qualität etwa, oder der Zustand von Auspuff und Getriebe – das E-Auto kann auf viele anfällige Komponenten verzichten und steht auch damit für eine neue, praktische Mobilität. Mit guten Gebrauchten kommt sie jetzt garantiert nicht teurer als die bisher gewohnte.