Wir feiern 25 Jahre Hybrid-Antriebe bei Honda
Wie so oft ihn dieser GO! Ausgabe erinnern wir an das Jahr 1999. Elektrisch angetrieben waren in der Regel die Fensterheber, seltener die Sitze und hie und da auch das Dach. Außer bei Honda. Da war der Insight das erste Serienfahrzeug mit Hybrid-Antrieb am europäischen Markt. Nach Österreich ist er zumindest auf offiziellem Wege leider nie gekommen. Heute wirkt der Japaner eher schrullig als futuristisch, damals waren Design und Technik „state of the art“. Und mehr.
Es klingt schon schnittig: Zwei Türen, zwei Sitze, dank vollverkleideter Hinterräder aerodynamisch optimiert. Weniger schnittig: eine Systemleistung von 76 PS. Dafür dürstet es dem Insight auch nur nach 3,4 Litern Benzin auf 100 Kilometer. Dynamischer und auch fescher ist da der 2010 erschienene CR-Z. Mit maximal 137 PS waren die Fahrleistungen schon ansprechender. Gut neun Sekunden auf Landstraßentempo und 200 Spitze sind für ein Auto, das primär nachhaltig sein soll, recht beachtlich.
Dampfhammer und Speerspitze
Noch beachtlicher ist der 2016 erschienene NSX der zweiten Generation. Bis zu 608 Hybrid-PS heben den einst als Öko-Antrieb verschrienen Hybriden auf ein neues Niveau. Eines, von dem auch alle weiteren Honda-Hybride zehren. Gut so, denn bei aller Faszination war der NSX eher ein Nischenmodell.

Der Insight war das erste Hybrid-Modell, das Honda in Serie gebracht hat. Damals noch mit wenig Elektropower, dafür aber einem niedrigen Verbrauch.
Besonders der aktuelle Civic kombiniert Nachhaltigkeit ganz wunderbar mit Dynamik und Fahrfreude. Da merkt man das jahrelang gesammelte Know-how, denn trotz Fokus auf Sportlichkeit genehmigt sich der Japaner keine fünf Liter Benzin. Das hat er auch seinem enorm effizienten Benziner zu verdanken, dessen thermischer Wirkungsgrad bei rekordverdächtigen 41 Prozent liegt. Honda ist eben der größte Motorproduzent der Welt. Der serienmäßige e:HEV Hybrid-Antrieb leistet in seiner Gesamtheit 184 PS, beschleunigt munter in 7,8 Sekunden auf Tempo 100 und untermalt das Fahrerlebnis mit einem Sound, der an die legendären VTEC-Motoren erinnert. Ebenfalls in guter Civic-Tradition: das Fahrwerk. Der kompakte Honda war schon immer ein fahraktives Auto, da macht der neue keine Ausnahme.
Und weil ein gutes Fahrerlebnis bei Honda Tradition hat und Honda wiederum Wert auf Tradition legt, darf sich die Autowelt endlich wieder auf ein fesches Sportcoupé freuen. Der Prelude ist zurück. Wollte Honda einen neuen Prelude? Nein, eigentlich nicht. Honda hat einen Sportwagen entwickelt, in erster Linie einen für den Alltag mit Hybrid-Technologie. Im Entwicklungsprozess hat sich dann herausgestellt, dass sich eben jener Sportwagen die relevanten Charaktereigenschaften mit dem historischen Prelude teilt.
Kurzgesagt: GEIL!
Normalerweise unterliegen wir aufgrund journalistischer Sorgfaltspflicht einer gewissen Objektivität. Der Prelude lässt sie uns ad acta legen: Dieses Auto gehört zu den schönsten, die wir in diesem Jahrtausend gesehen haben. Wow. Diese Linien, diese Lichter, diese Klarheit. An solchen Tagen ist der Beruf als Motorjournalist noch ein bisserl besser als er es ohnehin ist.

Der neue Prelude ist eine echte Augenweide. Glaubt man Honda, wird der Hybrid-Sportler für die Massen ziemlich genau so aussehen. Damit führt er die Coupé-Tradition der ersten Generation weiter.
Eine Frage stellt man sich im aktuell recht elektrischen Zeitalter: Warum hat man sich gegen einen reinen Elektro-Antrieb und für einen Hybrid-Antrieb entschieden? Antwort der Ingenieure: Auch wegen der Sitzposition, denn eine Batterie ist im Fahrzeugboden verbaut. Das heißt, man würde höher sitzen und das ist überhaupt nicht Sportwagen-like. Honda positioniert sich mit dem neuen Prelude klar. Er ist ein sportliches Coupé für die Massen, das auch im Alltag gut nutzbar sein wird.
Und damit ist er mehr als einfach nur ein Auto. In einer Zeit, in der andere Hersteller zweitürige Coupés und Sportwagen einfach aus dem Programm schmeißen, ist das ein Zeichen. Ein Zeichen, dass Autos noch emotional sein dürfen, vielleicht gar nicht so vernünftig, Spaß machen, schön sein und vielleicht auch einfach einmal nur zwei Türen haben dürfen. Und dafür: Danke, Honda!