Was taugt der neue Toyota Proace?
Der gute alte Kastenwagen. Eine Karosserieform, mit der die meisten Menschen eher selten direkt zu tun haben. Sie ist aber dennoch eine der wichtigsten. Ob es der Postler ist, der uns unser lang erwartetes Paket bringt oder der Mietwagen, der beim Umzug den Start in einen neuen Lebensabschnitt ermöglicht – der Kastenwagen ist allgegenwärtig. Daher freut es mich umso mehr, den neuen Toyota Proace etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und ein wenig Unfug damit zu treiben.
Da bei mir aktuell kein Umzug ansteht, ich mit meinem Job als Redakteur recht zufrieden bin und eine Umschulung zum Postler daher auch wegfällt, musste ich mir etwas anderes einfallen lassen, um den Proace artgerecht zu testen. Was habe ich also gemacht? Ganz genau: Ich habe den vermutlich aufwändigsten Reifenwechsel der Saison vollzogen.
Gehen wir zunächst noch ein wenig auf den Proace ein. Optisch schießt er natürlich niemanden aus den Socken, denn am Ende des Tages ist er ein weißer Kastenwagen. Er basiert auf einer Plattform des Stellantis-Konzerns und teilt sich damit die Basis unter anderem mit dem Peugeot Expert und dem Citroën Jumpy. Trotz dieser Geschwister ist der Proace aber deutlich als Toyota erkennbar. Um ihn aber noch etwas abzusetzen, habe ich unser Testfahrzeug mit einer passenden Beklebung versehen – die gibt's natürlich so nicht serienmäßig bei Toyota.
Leider habe ich, wie die meisten anderen Menschen, kein Zelt und auch keine Bodenmatte im Keller herumliegen, um ein Rallye-Paddock aufzubauen. Dementsprechend geht es für mich auf eine kleine Reise, um das nötige Equipment abzuholen und zur Location zu bringen. Gesagt, getan. Schon war ich auf der Autobahn. Ohne Ladung im Auto marschiert der Proace voran wie die Feuerwehr. Dafür sorgt ein zwei Liter großer Vierzylinder-Turbodiesel, der an eine Achtgang-Automatik gekoppelt ist. Auch wenn sich 144 PS auf dem Papier recht überschaubar anhören, sorgt das Drehmoment von 370 Nm dafür, dass der Proace ordentlich Meter macht.
Der Innenraum fühlt sich für den Fahrer – abgesehen von der fehlenden Sicht durch den Innenspiegel – an wie bei einem normalen Pkw. Die klappbare Mittelarmlehne gibt dem Fahrer die Möglichkeit, auf langen Fahrten eine angenehme Sitzposition einzunehmen, während die Sitz- und Lenkradheizung dafür sorgt, dass auch an den kältesten Tagen Wärme im Proace einkehrt. Das 10-Zoll-Touchdisplay bestärkt den Pkw-Flair weiter. Hier kann man unter anderem das integrierte Navi, Apple CarPlay oder Android Auto nutzen. Die 180-Grad-Kamera, der Totwinkelwarner und die Parksensoren machen den Proace auch in der Stadt überraschend nutzbar. Mein persönliches Highlight im Innenraum ist aber der Stauraum in den Türen. Neben einer 1,5-Liter-Wasserflasche, einer Flasche Glasreiniger und einer Handvoll Fetzen hat auch noch ein Schlagschrauber ohne Probleme Platz in den Ablagefächern der Fahrertür.
Kommen wir aber zum wichtigsten Teil eines Nutzfahrzeuges. Was kann ich damit alles transportieren? Nun, unser Proace hat ein Ladevolumen von bis zu 5,8 m3 und die Nutzlast liegt bei 1.300 Kilogramm. In meinem Fall konnte ich damit zwei Stapel Reifen, ein riesiges Zelt, eine noch größere Bodenmatte, allerlei Werkzeug, einen Wagenheber, einen Kompressor und mein Kamera-Equipment spazierenfahren. Damit habe ich es weder geschafft, das Volumen noch die maximale Nutzlast des Proace auch nur annähernd auszureizen. Trotz der bereits üppigen Beladung hat der zwei Liter große Dieselmotor keine Schwierigkeiten, auf Reisetempo zu gelangen.
Der Toyota Proace ist ein hervorragender Begleiter für alle, die große Ladungen von A nach B transportieren wollen. Der Pkw-ähnliche Komfort in der Fahrerkabine macht lange Strecken zu einer recht entspannten Erfahrung. Und die technischen Daten der Nutzlast sprechen für sich.
Ein besonderer Dank gilt Stickers and More für die Bereitstellung der Beklebung und der Stohl Group für die Bereitstellung des Rallye-Equipments.
Foto Copyright: Pascal Radu