MG HS PHEV+
News
electric?

MG gibt mit Hybrid-Antrieben weiter Gas

Seit MG wieder in Österreich zurück ist, liegt der Fokus eindeutig auf der Elektromobilität. Der Erfolg gibt der chinesischen Marke recht, denn die Verkaufszahlen können sich sehen lassen. Aber als Autohersteller mit Ambitionen möchte MG naturgemäß mehr und verstärkt das Modellportfolio um mehrere verbrennergetriebene Fahrzeuge. Elektrifiziert sind diese trotzdem. Man entschuldige uns die provozierende Headline.

Alle Modelle von MG auch auf

Den Anfang hat der Hybrid-Kleinwagen MG3 gemacht, jetzt rücken zwei SUVs nach. Der ZS Hybrid+ ist einer davon. ZS? Ja, da war ja mal was. 2020 hat man mit dem ZS den Wiedereinstieg in den europäischen Markt gewagt. Er war zwar kein Prinz, wie ein weiser Mann einmal gesagt hat, aber er war günstig und rein elektrisch. Der neue ZS ist ausschließlich als Hybrid zu haben, womit MGs Strategie diametral zu den Vorgängen vieler anderer Automarken verläuft. Eines lässt sich festhalten: Der neue ZS hat mit seinem Vorgänger nur noch den Namen gemein. MG hat ihn gänzlich neu gestaltet und ihm ein gefälliges und modernes Aussehen verpasst.

Ein echt guter Deal

Der Fortschritt im Vergleich zum pragmatischen Vorgänger wird aber nicht nur an der Karosserie deutlich, sondern auch im Innenraum. Weiche Oberflächen, Klavierlack und ein hochauflösender 12,3-Zoll-Bildschirm geben den Ton an. Ein schönes Detail ist der große Gangwählhebel für die Dreigang-Automatik. Diese verwaltet das Zusammenspiel des 102 PS starken Saugbenziners mit der 136 PS starken Elektromaschine.

MG ZS Hybrid+

MG ZS und HS sind zwei Brüder mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften. Der HS ist der Elegante, Sportive mit hoher elektrischer Reichweite. Der ZS ist grundsolide auf einem sehr hohen Niveau, aber bei sehr niedrigem Preis.

Insgesamt steht eine Systemleistung von 197 PS parat. Nicht schlecht, vor allem für ein Auto, das halbwegs gut ausgestattet bei unter 23.000 Euro beginnt und auch mit Top-Ausstattung nicht mehr als 27.000 Euro kostet. Obligatorisch sind neben sieben Jahren Garantie ein großer Touchscreen mit Smartphone-Anbindung, Klimaautomatik, Parksensoren mit Kamera und allerlei Assistenzsystemen. Optional gibt es unter anderem 18-Zoll-Alus, LEDScheinwerfer, Lenkrad- und Sitzheizung. Im Sinne dieses Magazins darf man durchaus das Prädikat „Top-Deal“ verwenden.

MG ZS Hybrid+ Cockpit

Von Verzicht keine Spur: Digitale Armaturen, softe Kunststoffe und eine gute Verarbeitung passen zur gefälligen Karosserie des ZS. Der große Schalthebel ist ein nettes Detail.

Mit mehr Größe, mehr Leistung und vor allem mehr Spannung geht der HS PHEV+ ins Rennen. Er teilt sich zwar die Designsprache mit seinem kleinen Bruder ZS, ist im Detail aber sportiver gezeichnet. Die schlanken LED-Scheinwerfer wirken aggressiver, der Kühlergrill ist größer. Die seitlichen Trittbretter sind nicht nur zur Zierde da, sondern helfen tatsächlich beim Entern des Autos. Allerdings muss man beim Aussteigen aufpassen, dass man seine Hosenbeine sauber behält. Wie auch immer: Das große SUV hat einen tollen Auftritt. Im Innenraum des MG HS fällt das Panoramadisplay aus zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen auf. Die Sitzposition ist für große Menschen auffallend bequem.

Ausgemachter Blödsinn

Nun zum Antriebsstrang. Der besteht aus einem 1,5-Liter-Turbobenziner mit 143 PS sowie einem 184 PS starken Elektromotor. Da beide Antriebe ihre maximale Leistung nicht im selben Moment abrufen können, beläuft sich die Systemleistung auf 272 PS. Das trifft übrigens auf beinahe alle Autos mit Hybrid-Antrieb zu, genauso wie die kontroverse Art, den Verbrauch zu berechnen.

MG HS PHEV+ Cockpit

Das Cockpit des HS wird vom Panoramadisplay dominiert, das aus zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen besteht. Auch hier: gute Materialien, sorgfältige Verarbeitung und gefälliges Design.

Laut WLTP verbraucht der MG HS auf 100 Kilometer exakt 0,54 Liter Benzin. Aber das ist leider ausgemachter Blödsinn. Entweder man verwendet den Plug-in-Hybrid im Sinne des Erfinders und steckt ihn an, oder eben nicht. Im besten Fall verbraucht der MG HS nämlich genau 0 Liter Benzin auf 100 Kilometer, weil er diese dank der 21,4 kWh großen Batterie auch rein elektrisch fährt. Oder man fährt eben mit leerer Batterie. Dann verbraucht der HS rund 5,5 Liter. Obwohl technisch ident, fährt die Ausstattungsvariante Comfort 190 km/h, die Luxury genannte Version schafft 200. Beide beschleunigen in nur 6,9 Sekunden auf Landstraßentempo.

Im Karosseriesegment und der Antriebsform steigt MG bei diesen beiden Fahrzeugen also ganz oben im Trendbarometer ein. Und das bei recht niedrigen Preisen, womit die Exilbriten aus Fernost genau das liefern, was der Markt aktuell verlangt. Chapeau, MG!