Audi A5
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Audis Mittelklasse bekommt einen neuen Namen

Ändert man mit 30 seinen Namen? Offiziell nicht, allerdings ist es etwa um meinen 30. Geburtstag passiert, dass vorher unbekannte Menschen nicht mehr Andi, sondern Herr Reinsperger zu mir sagen. Das wird vermutlich vielen so passieren. Auch Autos. Der Audi A4 legt einen drauf und heißt nach seinem dritten Runden schlicht A5. Identitätskrise? Midlifecrisis? Mitnichten, steckt doch eine ganze Menge hinter dem Namenswechsel.

Alle Modelle von Audi auch auf

Im großen Jahr der Jubiläen reiht sich also auch Audis Mittelklasse in die Riege der Feiernden ein. Nur, dass der A4 jetzt eben A5 heißt, was ihn auch zu einem Nachfolger der sportlichen, bisherigen A5 Baureihe macht. Man dünnt das Karosserieportfolio wieder ein wenig aus. Eventuell waren Kombi, Limousine, Sportback, Coupé und Cabriolet in einer Größenklasse ein wenig zu viel des Guten. Insbesondere, weil der Stückzahlbringer nach wie vor SUV heißt. Aber warum A5? Ganz einfach, weil in Zukunft alle konventionell angetriebenen Audi eine ungerade Zahl als Modellbezeichnung haben werden, während die Elektriker gerade Zahlen bekommen. Audis Nomenklaturfindungsphase dauert also weiter an, kommt aber aller Voraussicht nach bald zu einem Ende. Mit dem Start der, laut Hersteller, größten Modelloffensive aller Zeiten.

Aber nun zum Auto

Spätestens seit dem kommunizierten Formel-1-Einstieg von Audi ist klar, dass sich die Ingolstädter nicht ganz vom Verbrenner verabschieden. Es überrascht aber trotzdem, dass man aus dem Vollen schöpft. Benziner, Diesel und sogar Sechszylinder sind im Programm. Diese sind immer mit Doppelkupplungsgetriebe und fast immer mit einem Hybridsystem ausgestattet. Dieses suggeriert durch seinen Namen, MHEV Plus, zwar einen Mild-Hybriden, geht aber beinahe als Vollhybrid durch. Rangieren und Einparken funktionieren elektrisch, die 48-Volt-Batterie fasst ganze 1,8 Kilowattstunden. Diese füttert unter anderem einen Generator, der nach dem Getriebe verbaut ist und bis zu 18 Kilowatt, also knapp 25 PS, leistet. Plug-in-Hybride folgen, aber aktuell liegt der Fokus auf den angebotenen Versionen.

Audi A5

Der neue Audi A5 verbindet als Avant und als Limousine Sportlichkeit mit Premium-Charakter. Die Designer haben wieder ganze Arbeit geleistet und ein wirklich wunderschönes Fahrzeug auf die Räder gestellt.

Die vorhin erwähnte Ausnahme markiert gleichzeitig den Einstieg in die Welt des A5: der Zwoliter Benziner mit 150 PS. Soweit so gut. Deutlich interessanter ist hier der 204-PS-Antrieb, der auch mit Allradantrieb verfügbar ist. Ebenfalls 204 PS leistet der Diesel, der im Realmix nur rund fünf Liter verbrauchen soll. Wer am liebsten richtig flott unterwegs ist, streicht das A und nimmt ein S, denn Audi hat auch gleich den S5 mit vorgestellt. Dieser darf auf einen neu entwickelten V6 zurückgreifen. Ja, das freut das Autofahrerherz. Die 367 PS, die durch den obligaten Allradantrieb verlustfrei auf den Asphalt kommen, schießen den Ringträger in nur etwa 4,5 Sekunden auf Landstraßentempo.

Kombi und Limousine

Alle Motorvarianten sind mit beiden Karosserien kombinierbar. Der Kombi bedient wieder das altbekannte Firmenmotto: „Schöne Kombis heißen Avant!“ Sportlich, aber nicht übertrieben, mit extrem geneigter Heckscheibe gefällt er, ohne zu polarisieren. Im Vergleich zum Vorgänger wachsen die neuen A5 um fast sieben Zentimeter, was eine gro.zügige Fahrgastzelle ermöglicht. Der Kofferraum wächst nicht, verringert sich durch die im Kofferraum untergebrachte Batterie des Hybridsystems sogar unwesentlich. 476 bis 1.424 Liter beim Kombi und 445 bis 1.299 Liter bei der Limousine sind allerdings ein ordentlicher Wert, das passt auf alle Fälle. Bei der Limousine ist der Laderaum sogar wesentlich besser nutzbar, die Kofferraumklappe reicht nun bis zum Dach. Damit vertröstet man die Kundschaft des bisherigen A5 Sportback.

Audi A5 Cockpit

Bildschirme, so weit das Auge reicht, findet man im Innenraum wieder. Die Gestaltung des Armaturenbretts wurde großteils vom Q6 e-tron übernommen. Optional bekommt sogar der Beifahrer ein eigenes Display.

Doch nicht nur bei der Karosserie positioniert Audi seine Mittelklasse etwas höher, auch – und besonders – beim Innenraum. Diesen kennen wir in ähnlicher Form aus dem Q6. Das Curved-Display setzt sich aus einem 11,9 Zoll Instrumentenbildschirm und einem 14,5 Zoll Touchscreen zusammen. Außerdem gibt es auch ein 10,9 Zoll großes Display für den Beifahrer. Ein Head-up-Display ist beim A5 natürlich ebenfalls zu haben. In Verbindung mit der gewohnt hohen Audi-Materialqualität dürfte der A5 in seiner Klasse Maßstäbe setzen. Und alleine das ist ein Grund zum Feiern.